Ein Brauch im Appenzeller Hinterland

Das Silvesterchlausen

Während Zürich sich auf den Silvesterzauber vorbereitet, ziehen im Appenzeller Hinterland schon am frühen Morgen die Chläuse los. In Gruppen gehen sie von Hof zu Hof, schütteln ihre schweren Glocken und singen ein Zäuerli, einen Naturjodel ohne Worte. Dafür werden sie bewirtet, und man wünscht sich gegenseitig ein gutes neues Jahr.

Ein Silvesterchlaus mit großer verzierter Kopfbedeckung in Urnäsch
Ein „schöner“ Chlaus in Urnäsch. Foto: GabrielleMerk, CC BY 4.0

Zwei Silvester

Geklaust wird zweimal: am „neuen“ Silvester, dem 31. Dezember, und am „alten“ Silvester, dem 13. Januar. Dieser zweite Termin folgt dem alten julianischen Kalender. In Urnäsch, der Hochburg des Brauchs, sind die Chläuse am alten Silvester den ganzen Tag unterwegs, von etwa 6 Uhr morgens bis Mitternacht.

Zum Jahreswechsel 2026/27 fallen die Termine auf Donnerstag, 31. Dezember 2026, und Mittwoch, 13. Januar 2027.

Die Figuren

Man unterscheidet drei Arten von Chläusen: die Schönen mit kunstvollen Hauben und Hüten, auf denen ganze Szenen aus dem Bauernleben nachgebaut sind, die Wüeschten in Kostümen aus Tannenreisig, Moos und Laub und die Schö-Wüeschten, die beides verbinden. Die Kostüme entstehen in monatelanger Handarbeit.

Wo und wie

Das Silvesterchlausen gehört ins Appenzell Ausserrhoden, nicht in den Hauptort Appenzell im benachbarten Innerrhoden, wie oft zu lesen ist. Neben Urnäsch sind die Chläuse unter anderem in Herisau, Hundwil, Waldstatt, Schwellbrunn und Schönengrund unterwegs.

Von Zürich erreichen Sie Urnäsch mit dem Zug, mit Umstieg in Gossau, in etwa zwei Stunden. Wer am 31. Dezember hinfährt, ist am Abend rechtzeitig zurück für den Silvesterzauber.

Tipps

Maske und Glocken eines schönen Silvesterchlauses
Maske, Haube und Glocken eines Chlauses. Foto: Shesmax, CC BY-SA 4.0